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“Wir wissen wohl, was wir sind, aber wir wissen nicht, was wir  sein könnten.

    William Shakespeare

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Hintergründe ... Life-Sciences.

Nach dem 20. Jahrhundert, in dem die Informationstechnik unser Leben nachhaltig verändert hat, ist mit den s.g. Lebenswissenschaften (Life Sciences) ein weiteres großes Wissensgebiet in die Phase eingetreten, in der wissenschaftliche und technologische Entwicklung stärker in Wechselbeziehung treten.

In 2001, dem „Jahr der Lebenswissenschaften“ haben über eine halbe Million Menschen in Deutschland unterschiedlichste Veranstaltungen besucht und die gegenseitige Verständigung von Wissenschaft und Öffentlichkeit vorangetrieben. Einrichtungen wie beispielsweise die Max-Planck-Gesellschaft (und ihre 77 Institute) haben Grundlagenforschung in den Natur- und Geisteswissenschaften sowie den Ingenieur- und Lebenswissenschaften durch institutionelle Förderung in Höhe von 935 Mio. EUR (2003) mit Mitteln aus der öffentlichen Hand (95%) und von Mitgliedschaftsbeiträgen, Spenden sowie aus eigenen Erträgen betrieben.

Wie kann dem rasch wachsenden Bedarf an derartigen Forschungsmöglichkeiten aus den Lebenswissenschaften zunehmend und besser entsprochen werden?

Die Bundesregierung gibt jährlich rund 0,76 Mrd. EUR für die Forschungs- und Technologieförderung in den Lebenswissenschaften aus (s.a. Forschungsbericht 2004). Rund 0,51 Mrd. EUR stammten dabei aus dem Geschäftsbereich des BMBF, wobei hier nicht nur die Mittel in den Förderbereichen Biotechnologie und Gesundheit (s.a. BioTech-Report 2004 bzw. BioTech-Förderprogramm der EU), sondern auch die auf die entsprechende institutionelle Förderung entfallenen Mittel einbezogen sind.

Durch eine hohe Interdisziplinarität soll eine enge Zusammenarbeit zwischen Lebenswissenschaften, physikalischen und chemischen Wissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften vorangetrieben werden, so der Bund. Die Voraussetzungen für die Anwendung dieser neuen Technologie müssten verstärkt durch Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft in interdisziplinären Projekten der Verbundforschung geschaffen werden (Bsp.: Fördermaßnahme des BMBF „Nanobiotechnologie“ in 04/2000 mit Mitteln in Höhe von 50 Mio. EUR bis zum Jahr 2006).

Ethische Begleitforschung...

Die Diskussion über die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsperspektiven, wie zum Beispiel die der Informations- u. Kommunikationstechnik, werden seit Jahren weitgehend losgelöst von dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung geführt.

Die Fortschritte der modernen (Bio-)Medizin, insbesondere die der Humangenomforschung und der Molekularen Medizin, subsumiert unter der Überschrift „Nano-Wissenschaften“ (s.a. Europäische NanoTech-Strategie 2005), führen bereits heute zu tief greifenden Veränderungen in der medizinischen Behandlung sowie beim Umgang mit medizinischer und genetischer Information.
Während durch die lfd. Forschungsprojekte herausragende Fortschritte zu erwarten sind, werfen die aus den Ergebnissen resultierenden Anwendungsmöglichkeiten gewichtige ethische, rechtliche und soziale Fragestellungen auf.

So stellt die Biophotonik* eine Möglichkeit dar, neue physikalische Prinzipien alternativ, ergänzend und weiterführend zu bisherigen Verfahren der Optik, für den Einsatz in Lebenswissenschaften, Medizin, Pharmazie, Bio- und Gentechnologie, Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt zu nutzen. Damit soll Früherkennung, Prävention und ursächliche Therapie von Krankheiten möglich werden. Die Anwendung in Diagnose und Therapie von gesundheitspolitisch relevanten Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs oder Allergien sowie im Umweltmonitoring, ist von besonderem volkswirtschaftlichem Interesse.

Der naturwissenschaftliche Erkenntnisfortschritt muß deshalb durch transdisziplinare Forschung, insbesondere durch geistes-, rechts- und sozialwissenschaftliche Forschung begleitet werden, welche frühzeitig wesentliche Entwicklungsmöglichkeiten, problematische Aspekte und neuartige Fragestellungen bei der Erzielung und Anwendung neuen Wissens, beispielsweise in der (molekularen) Medizin und der Humangenomforschung erkennt, analysiert und bewertet.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, hat das BMBF in den vergangenen Jahren die Förderung im Bereich der ethischen, rechtlich und sozialen Aspekte der Lebenswissenschaften deutlich verstärkt, die für das EUFLETZ von Bedeutung sein werden.

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*) Unter Biophotonik versteht man die Gesamtheit aller photonischen Techniken zur Messung und Charakterisierung von Zuständen, zur bildhaften Darstellung sowie zum gezielten Eingriff innerhalb einzelner Zellen und kleiner Zellverbände zum besseren Verständnis von Lebensabläufen und Krankheitsgeschehen.

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